Unglücklich im (ersten) Job

Nach jahrelanger Ausbildung ist der große Tag gekommen: Dienstantritt in den ersten richtigen Job.

Der Tag, auf den wir jahrelang hinarbeiten, seit wir uns für unsere Ausbildung entschieden haben.

Es war der 2. Mai 2012, damals war ich 19 Jahre alt, als ich den Mann am Drehtor zur Firma erklärte, dass heute mein erster Arbeitstag sei.

Ich war aufgeregt und habe nicht realisiert, dass soeben ein neuer Lebensabschnitt begonnen hat.

Als ich das Drehtor basiert habe und ein Aston Martin (mein Traumauto) an mir vorbeigefahren ist, wusste ich: Hier bin ich richtig!

Das Glück war auf meiner Seite und hat mir meinen Traumjob beschert. Ich wollte in der Fahrzeugindustrie tätig sein.

Eine Stunde später, nach viel Aufregung, war alles bestens:

Ich lernte meine Kollegen kennen, saß an meinem eigenen Schreibtisch, hatte einen Computer, ein Diensthandy und meine eigene E-Mail-Adresse.

Die nächsten Wochen waren unglaublich aufregend.

Viele neue Eindrücke, Verantwortungen und Herausforderungen wirkten auf mich ein.

Am stärksten ist mir in Erinnerung geblieben, wie begeistert ich war, als ich an der ersten großen Besprechung teilgenommen habe und fasziniert war, welche Dynamik in einem Projekt herrscht.

+ Die Kommunikation in Besprechungen.
+ Die Abstimmung zwischen verschiedenen Abteilungen.
+ Das Erreichen von Meilensteinen.
+ Das Umsetzen verschiedener Entwicklungsschritte.

Was ich daran am besten fand? Die Action, den Druck der ständige Begleiter war und mein befriedigtes Ego. Ich kam mir wichtig vor und war stolz auf meinen Job.

Für mich war es das Größte, mit dem Notebook unter dem Arm, von Besprechung zu Besprechung zu laufen.

Der erste Job und die Frage nach dem Sinn

Nach ein paar Wochen, als die täglichen Herausforderungen im Job zur Gewohnheit wurden, spürte ich die ersten Zweifel aufkommen.

Anfangs wusste nicht wieso: Mein Job war spannend, ich verdiente gut und mit meinen Kollegen verstand ich mich super.

Über die nächsten Wochen und Monate wurde mir langsam klar:

Ich kann in dem was ich tue, keinen tieferen Sinn erkennen!

Wieso verbringe ich über 160 Stunden im Monat damit, in Besprechungen zu sitzen, E-Mails zu beantworten, Berichte zu erstellen, Fortschritte zu kontrollieren und Lieferanten auf die Pelle zu rücken?

– Um am Monatsende meinen Gehalt zu bekommen?
– Für 5 Wochen Urlaub im Jahr?
– Weil es normal ist, irgendwann in einem typischen Job zu landen?
– Um die Karriereleiter nach oben zu klettern?
– Um Erfahrungen zu sammeln?
– Weil ich nicht weiß, was ich stattdessen machen soll?

Vermutlich war es eine Mischung aus all dem, was mich noch länger in meinem Job verharren ließ. Glücklich fühlte ich mich in meinem Job nicht mehr.

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Die anfängliche Euphorie löste sich auf. Ich fühlte mich gefangen und hatte ständig das Gefühl, irgendetwas zu verpassen. (Auch wenn ich nicht genau wusste was.)

Wieso mir Sinn so wichtig ist

Die Zustände am Arbeitsmarkt stammen aus der Nachkriegszeit, in der die Wirtschaft wieder aufgebaut wurde und einen enormen Aufschwung erlebte.

Menschen waren froh einen sicheren Job zu haben und Geld zu verdienen.

Ich glaube in Vertretung für meine Generation zu sprechen, wenn ich sage, dass Geld heute nicht mehr ausreicht, um langfristig glücklich zu sein.

Ein höheres Ziel, eine Vision, wahrhaftige Veränderung die wir durch unser Tun bewirken, sind für meine Generation viel wichtiger!

Mir reichte es nicht aus, 1732 Stunden im Jahr in ein Projekt zu investieren, dass das Ziel verfolgte, ein weiteres Auto auf den Markt zu bringen. Welchen Sinn soll das haben? Braucht unsere Welt tatsächlich so viel unnötige Entwicklungen? Könnte ich meine Fähigkeiten nicht sinnvoller einsetzen?

Was bewirke ich in dieser Welt, wenn ich von Besprechung zu Besprechung laufe, Präsentationen vorbereite und irgendwelchen Deadlines hinterherlaufe?

Ich habe mir die Latte hoch gelegt, denn ich möchte nichts anders, als die Welt verändern. Meine Projekte, meine Tätigkeiten und meine Talente sollen einer sinnvollen Entwicklung zugutekommen!

Irgendwann möchte ich auf mein Leben zurückblicken und wissen, dass ich die Welt zu einem besseren Platz gemacht und viele Menschen berührt habe.

Mir wurde klar: Ein typischer Job kann mir das im Moment nicht bieten!

Was tun, wenn der (erste) Job eine Sackgasse ist?

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass der Arbeitsmarkt im Moment keinen Platz für Visionäre, Querdenker und Weltveränderter bietet. Stattdessen tragen die gegenwärtigen Zustände und das daraus resultierende Streben dazu bei, uns noch tiefer in die Sch**** zu reiten.

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Ohne auf diese (meiner Ansicht nach) Fehlhaltung unserer Wirtschaft einzugehen, möchte ich mich mit einer zielführenderen Frage beschäftigen:

+ Was kannst du tun, wenn du in deinem ersten Job feststellst, dass du nicht in diese Arbeitswelt passt?

bzw.

+ Was kannst du tun, wenn du in deinem Job unglücklich bist und dich von Wochenende zu Wochenende quälst?

Um auf diese Frage einzugehen, möchte ich meine Geschichte weiter ausführen und festhalten, dass es sich um meinen ersten Job handelte, ich keine Kinder und keine Hypothek hatte.

Alles was ich zu verlieren hatte, war ein fixes Einkommen, Karrierechancen und etwas Ansehen.

Ich blieb noch ein paar Monate im Job, weil ich dort die Möglichkeit hatte, viele wertvolle Erfahrungen zu sammeln, die ich heute nicht missen möchte.

Mir war bewusst, dass ich den Moment des Absprung nicht verpassen darf  und darauf achten muss, nicht in die Falle des Hamsterrad zu tappen.

Für junge Menschen bedeutet das:

+ Überlege dir, was du möchtest

Möchtest du einen neuen Job suchen, kündigen, deine gegenwärtige Situation annehmen?

Wenn du dabei Hilfe brauchst, melde dich gerne bei mir:

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+ Achte darauf, deine Fixkosten niedrig zu halten

Nur weil du jetzt dein eigenes Ged verdienst, muss es keine teure Wohnung, ein Leasingvertrag für ein neues Auto usw. sein.

+ Überlege dir eine Exit-Strategie?

Wann möchtest du dich auf deinen neuen Weg begeben? Wie möchtest du vorgehen?

Dieser Punkt ist besonders wichtig, um schon vorab entsprechende Vorbereitungen einleiten zu können. (Beispiel: Sparen für die Zeit nach einer möglichen Kündigung.)

Schiebe diesen Punkt nicht unendlich lange vor dir her und stelle dich deiner Angst.

Wenn du unglücklich in deinem Job bist, melde dich gerne bei mir. Lass uns über deine Situation und mögliche Strategien plaudern:

—> zum Kontaktformular

Ich habe meinen Job nach knappen 2 Jahren gekündigt und einen neuen Weg gewählt. Die Erfahrungen, die ich in der Zeit in Anstellung gesammelt habe, möchte ich trotz unglücklicher Phasen nicht missen.

In dieser Zeit habe ich Fähigkeiten und Kompetenzen entwickelt, die für all meine Projekte nützlich sind. Heute denke ich gerne und mit einem guten Gefühl auf meine Zeit in Anstellung zurück.

Es ist, wie es Steve Jobs gesagt hat:

„Man kann Lebensumstände nicht verbinden, wenn man sie vor sich hat. Die Verbindung ergibt sich erst im Nachhinein. Man muss also darauf vertrauen, dass sich die Punkte irgendwann einmal zusammenfügen.“  – Steve Jobs

Auch wenn dich dein Job im Moment unglücklich macht, viel Energie kostet und du am verzweifeln bist, vertraue darauf, dass dieser einen Sinn hat.

Vergiss jedoch nicht, auf dein Herz zu hören und entsprechende Schritte zu setzen, wenn die Zeit dafür reif ist.

Ich glaube an dich.
uk

Beitragsbild: splitshire.com

8 Kommentare, sei der nächste!

  1. Lieber Robert

    Vielen Dank für Deinen Beitrag und dass Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt.

    Du hast schon sehr früh gecheckt wie der Hase läuft und die Konsequenzen gezogen, etwas anders zu machen. Der Arbeitsmarkt bietet Visionären, Querdenkern und Weltveränderern momentan keine Chancen, da gebe ich Dir vollkommen recht. Deshalb müssen wir selbst Wege finden um etwas zu verändern und möglichst Viele dazu motivieren in eine andere Richtig zu denken.

    Was uns vor allen Dingen von der „althergebrachten Arbeitswelt“ unterscheidet ist die Tatsache, dass wir nicht ellenbogen-ausfahrend gegen unsere Konkurrenten kämpfen sondern miteinander arbeiten und uns gegenseitig unterstützen. Die Möglichkeit des Networkings bietet uns da enorme Chancen.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass nur ein Miteinander das Modell der Zukunft ist, wo jeder frei und mit Freude sein Potential entfalten kann.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg:-)

    Motivierende Grüsse
    Moni

  2. Toller Beitrag und ich weiß genau, von was du redest! Ich habe auch eine Ausbildung gemacht und dann gemerkt, dass ich in dem Beruf nicht arbeiten möchte.
    Aus dem Beruf auszusteigen und was neues zu machen, war das Beste, was mir hätte passieren können und ich bin glücklich, diesen Schritt gegangen zu sein, obwohl es viel Mut kostete!
    Jeder, der unglücklich im Job ist, sollte etwas ändern. sonst holt der Job einen irgendwann ein und man denkt sich den ganzen Tag nur noch „Was wäre, wenn“.
    Mutig sein und seinen eigenen Weg gehen, das sollte jeder von uns tun!

    1. Hallo Lena,

      was hat dich zur Entscheidung bewegt, einen neuen Weg zu wählen ? Wie hast du erkannt, dass du aussteigen möchtest ?

      Alles Liebe
      Robert

  3. Hallo Robert,

    Deine persönlichen Erfahrungen im großen Unternehmen kann ich sehr gut nachempfinden. Im ersten Moment reizt einen der Job (irgendwie wird uns von der Gesellschaft ja auch eingeredet, dass solche Jobs erstrebenswert sind), aber später spürt man dass es einen nicht erfüllt und man fragt sich, wozu man das Ganze eigentlich macht. Mir geht es genau wie dir: ich möchte nicht das kleine Rad im großen Getriebe sein und im Endeffekt an Produkte (mit)arbeiten, die oft nur dazu da sind, Probleme zu lösen, die es ohne solche Unternehemn gar nicht gäbe (etwas kompliziert ausgedrückt, ich hoffe man verstehe was ich meine). Geld ist zwar ganz nett, aber wenn man drüber nachdenkt, dann ist es auch nur ein Mittel zum Zweck … oft ein Betäubungsmittel.

    Ich freue mich immer, wenn ich Leute finde, die es genauso sehen und dann auch etwas tun. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem eigenen Weg.

    Viele Grüße,
    Jan

  4. Hi Robert,
    ein toller Beitrag und vor allem echt, echt wichtig!
    Ich fange hinten an:
    Ich glaube die meisten Menschen sitzen so fest im Hamsterrad, dass sie vergessen haben, wie sie auf ihr Herz hören. Sie denken sich „Das ist eben so, dass ich bis zur Rente arbeiten muss“ – ganz furchtbar. Ich war die letzten 3 Jahre von solchen Kollegen umgeben und ich habe es gehasst.
    Allerdings war es für mich auch ein täglicher Ansporn, nicht so zu enden.
    Ich weiß zwar was mein Ziel ist, aber noch nicht wie ich es erreichen kann – aber 45 Jahre Hamsterrad gehören nicht dazu! 🙂

    Fühl dich gedrückt,
    Monya

    1. Hallo Monya,

      danke für den „virtuellen Drücker“. 🙂

      Lass uns gern mal plaudern und über eine Strategie für dich nachdenken. 🙂
      Liebe Grüße
      Robert

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