Warum klassisches Zeitmanagement für Visonäre nicht funktioniert (+ konkrete Hilfestellungen)

Was unterscheidet den typischen Menschen von einem Visionär?

+Der typische Mensch hat eine To-do-Liste, welche sich mit Mühe abarbeiten lässt. Stehen auf dieser Liste noch so viele Verpflichtungen, irgendwann, auch wenn es Tage dauert, können alle Aufgaben erledigt sein.

+ Die To-do-Liste eines Visionär ist unendlich lange und kann von niemanden, vermutlich auch nicht von Superman, abgearbeitet werden. Ist eine Aufgaben erledigt, gibt es Millionen weitere, welche nützlich wären, um die eigene Vision zu fördern.

Es ist so, als würdest du versuchen, das Meer leer zu trinken.

Wenn du deine Visionen verwirklichen möchtest, benötigst du ein vernünftiges Selbst- und Zeitmanagement.

Ansonsten wirst du schnell am Limit sein und keine Möglichkeit haben, deine Ziele zu erreichen.

Arbeit am LaptopLange Zeit habe ich das Thema Selbst- und Zeitmanagement abgelehnt und geglaubt, dass es auch ohne geht. Ich war der Meinung, dass ich ein impulsiver Mensch bin, der die Übersicht über seine Aufgaben hat und gefühlsmäßig entscheiden kann, was gerade zu tun ist.

Was für ein Irrglaube.

Es war im Zug von Wien nach Graz, als ich das Gefühl hatte, mir zerplatzt gleich der Kopf. Darin schwirrten 1000 Ideen, 1000 Aufgaben und 1000 neue Informationen, die mich lähmten.

Ich war nicht fähig, den nächsten Schritt zu gehen, weil ich keine Ahnung hatte, wo ich anpacken muss.

Irgendwann auf deinem Weg kommst du zu einem Punkt, ab dem es ohne Selbst- und Zeitmanagement nicht mehr funktioniert.

Visionäre und ihre Herausforderung mit Selbst- und Zeitmanagement

Ja, wir Visionäre haben ein Problem mit Strukturen. Nur ungern lassen wir uns in vorgefertigte Raster pressen und sagen, wie wir zu agieren haben.

Daraus resultiert automatisch ein Konflikt mit vielem, was unter Selbst- und Zeitmanagement verstanden wird.

Viele Methoden des Selbst- und Zeitmanagement geben nämlich genau das vor:

Strukturen in Form von Arbeitsabläufen, Arbeitsaufteilung und Zeitplänen.

Unsere Alarmglocken gehen an, sobald wir von diesen Dingen hören. Wir haben Angst, dass unsere geliebte Freiheit gefährdet wird.

Aus diesem Grund gilt es, eine Lösung zu finden, welche sowohl deinem Visionärs-Dasein, als auch einem erfolgsorientierten Selbst- und Zeitmanagement, gerecht wird.

Standard-Methoden die in vielen Büchern, Blogs usw. gelehrt werden, können von uns nicht 1 : 1 übernommen werden!

Warum typische Selbst- und Zeitmanagement Methoden für uns Visionäre nicht funktionieren

Die meisten Menschen üben einen gewöhnlichen Job oder Ausbildung aus, kommen abends nach Hause und genießen glücklich ihre Freizeit.

Doch wir Visionäre ticken anders!

In unserem Kopf schwirren andauernd 1000 Ideen, welche uns regelmäßig mit neuen Aufgaben versorgen.

Diese Gabe kann ein Fluch sein, wenn du diese vielen Ideen nicht unter Kontrolle hast. Dir wird es schwer fallen, deine Ideen zum Erfolg zu bringen, weil die Umsetzung von weiteren neuen Ideen aufgehalten wird.

Am liebsten würden wir alles zur selben Zeit machen. Wir können uns nicht auf ein Projekt beschränken.

Daraus resultiert eine Vielzahl von verschiedenen Aufgaben, die unter einen Hut gebracht werden möchten.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein Selbst- und Zeitmanagement notwendig, welches unsere impulsive und vielseitige Art berücksichtigt. 

Auf diesem Blog findest du Strategien, die dich bei diesem Vorhaben unterstützen. Trage dich jetzt in den Newsletter ein und werde informiert, sobald ein neuer Artikel erscheint.

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3 grundlegende Selbst- und Zeitmanagement-Strategien für Visionäre

1. Das Pareto-Prinzip

Wir Visionäre sind keine Menschen für die Detailarbeit. Sobald großer Aufwand notwendig ist, um minimale Fortschritte zu erzielen, langweilen wir uns.

Aus diesem Grund kommt uns das Pareto-Prinzip zugute, welches auf den italienischen Soziologen Vilfredo Pareto zurückzuführen ist.

Vilfredo Pareto hat Anfang des 19. Jahrhundert herausgefunden, dass 20 % der Menschen, 80 % des italienischen Staatsvermögen besitzen. Diese Prinzip lässt sich auf sämtliche Lebensbereiche umlegen.

+ Du lernst 80 % einer Sprache in 20 % des Gesamtaufwandes.
+ Kinder spielen 80 % der Zeit mit 20 % ihrer Spielsachen.
+ 80 % des Umsatzes werden mit 20 % der Produkte gemacht.

In Bezug auf unser Zeitmanagement bedeutet das, dass wir 80 % des möglichen Gesamtergebnis, in 20% der Zeit schaffen.

Wir Visionäre sollten unsere Aufmerksamkeit den 20 % widmen, die für 80 % der Ergebnisse verantwortlich sind.

Stell dir die folgenden Fragen, wenn du dich einem Projekt widmest:

+ Welche Aufgaben gehören zu den 20 % die zu 80 % des Ergebnis führen.
+ Ist ein Ergebnis, das 80 % des maximal zu erreichenden Ergebnisses entspricht, ausreichend?
+ Lohnt es sich, 80 % der Zeit für die letzten 20 % aufzuwenden?

Wichtig ist, stets darauf zu achten, dass deine Arbeit von hoher Qualität ist, denn diese ist maßgeblich für deinen nachhaltigen Erfolg verantwortlich!

2. Erstelle eine Tages-To-do-Liste

Nach meiner Matura im Sommer 2011 legte ich meinen 9-monatigen Zivildienst (Sozialdienst) in einem Senioren- und Pflegeheim ab.

Schon nach wenigen Tagen empfand ich großes Glücksgefühl, wenn ich von der Arbeit nach Hause ging.

Heute weiß ich, dass das vor allem einen Grund hatte:

Ich konnte meine Verpflichtungen täglich abarbeiten und konnte nach Hause gehen, ohne mir Gedanken über weitere Aufgaben machen zu müssen.

In der Zeit danach, als ich erste eigene Projekte auf die Beine gestellt habe, ging diese Gegebenheit verloren. Nach Feierabend hatte ich immer das Gefühl, noch mehr machen zu müssen und kam nicht zur Ruhe.

Es gab keine Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Das Smartphone war mein ständiger Begleiter, der mir selbst in den unangebrachtesten Situationen ermöglichte, so zu tun, als würde ich arbeiten.

Eine Herausforderung die auf längere Sicht auslaugt und kein erfolgsorientiertes Arbeiten ermöglicht.

Visionäre brauchen einen Punkt, ab dem sie entspannen und sich zurücklehnen können! 

Abhilfe verschafft eine „Tages-To-do-Liste“ die du vor Beginn deines Arbeitstag planst.

Ziel ist es, dass auf dieser To-do-Liste Tätigkeiten sind, die durch dein tägliches Arbeitspensum erledigt werden können.

Sind diese Aufgaben erledigt, hast du dein tägliches Ziel erreicht und es fällt dir leichter, nach Feierabend die Finger und deine Gedanken von der Arbeit zu lassen!

Dazu ist Training notwendig, doch eine „Tages-To-do-Liste“ kann wahre Wunder bewirken.

3. Fasse gleichartige Aufgaben zusammen

Grundsätzlich neigen Visionäre dazu, 1000 Dinge gleichzeitig zu tun. Das Beantworten von E-Mails, Schreiben von neuen Blogs, Erstellen von Reports…

Erledigt wird das, was gerade in den Sinn kommt.

Darunter leidet deine Produktivität enorm! Es ist reines Gift für dein Selbst- und Zeitmanagement.

Ich kann mich an Tage erinnern, an denen ich den ganzen Tag beschäftigt war und am Abend nicht erklären konnte, was ich über den Tag erledigt habe.

Abhilfe verschafft das Zusammenfassen von gleichartigen Aufgaben.

Beispiele:

+ Du beantwortest alle deine E-Mails ohne Unterbrechung und beendest danach das Mail-Programm.
+ Du sammelst alle relevanten Daten in einem Ordner und überträgst diese einmal in der Woche in die Datenbank und nicht dann, wenn ein neuer Datensatz ankommt!
+ Du tätigst deine Überweisungen gesammelt, einmal in der Woche!
+ Du tätigst all deine Anrufe nacheinander, in einem vorher bestimmten Zeitfenster!

Ziel ist es, sich stets nur einem Aufgabenblock zu widmen. Ist dieser Aufgabenblock erledigt, kannst du zum nächsten übergehen.

Setze dein Wissen um

Uns Visionären wird nachgesagt, dass wir Probleme damit haben, Vorhaben umzusetzen und dranzubleiben.

Ich gestehe, dass das auch meine Erfahrung ist. Wir lernen täglich neue Dinge, unser Kopf ist voller wertvollem Wissen, doch wir vergessen, dieses entsprechend umzusetzen.

Jedes Wissen ist völlig wertlos, wenn es lediglich in deinem Kopf bleibt.

Sei bemüht, die Erkenntnisse aus diesem Artikel in dein Leben zu integrieren. Ohne Selbst- und Zeitmanagement wird es dir nicht möglich sein, deine Visionen erfolgreich umzusetzen!

Handle noch heute!

Welche Methoden nutzt du für dein Selbst- und Zeitmanagement?

Ich glaube an dich.

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Beitragsbild: # 67905942 / © sergign – fotolia.com
Bild im Artikel (Arbeit am Laptop): 89243672  / © Spectral-Design -fotolia.com

5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Lieber Robert

    Vielen Dank für Deinen wertvollen Artikel. Jetzt muss ich grad lachen denn ich bin über einen anderen Blog auf Deiner Seite gelandet obwohl ich „eigentlich“ keine Blogs lesen sondern meine heutigen To Do’s abarbeiten wollte;-) Klappt also noch nicht so ganz mit dem Selbstmanagement aber ich hab auch erst gestern damit angefangen.

    Ich habe mir für meine 3 momentan wichtigsten Ziele je einen Plan erstellt und die einzelnen Schritte (Miniziele), die notwenig sind um mein Ziel zu erreichen, notiert. Jeden Tag erledige ich nun eine Aufgabe und hake diese auf meinem Plan ab. Solange, bis ich mein Ziel erreicht habe.

    Bin gespannt, wie Andere sich managen.

    Liebe Grüsse
    Moni

    1. Liebe Moni,

      freut mich, dass du hier gelandet bist. 🙂 herzlich willkommen.

      Ich wünsche dir alles Gute bei deinem Vorhaben und melde dich gerne, wenn du Fragen hast.

      Alles Liebe
      Robert

  2. Hey Robert,

    dein Artikel hilft einem weiter.
    Ich habe manchmal das Problem, dass ich zwar viel erledigt habe, was auf meiner To-Do-Liste steht, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich nicht produktiv war.
    Deswegen mache ich eine umgekehrte To-Do-Liste. Ich schreibe auf, was ich getan habe und was gut daran war.

    Grüße
    Dario

  3. Lieber Robert,

    danke für den Artikel. Das Pareto-Prinzip ist ja sehr bekannt, bei Visionären finde ich es aber eine besondere Herausforderung überhaupt heraus zu finden welche der 1000 Ideen das Potential besitzt zu den 20% der erfolgreichsten Ideen zu gehören. Hier hilft sicherlich der Design Thinking und Prototypen-Ansatz (try and error, work in progress, kundenzentriertes Feedback sehr frühzeitig einbinden, co-creation!).

    Den Gedanken gleichartige Aufgaben zusammenzufassen halte ich für sehr effizient und gewinnbringend. Das kann auch ein Mittel sein um grundsätzlich weniger Zeit mit Administration aufzuwenden.

    Allerdings widerspreche ich dir bei dem Aspekt, dass es eine ganz strikte Trennung zwischen Beruf und Privat geben muss. Hierzu empfehle ich dir http://workliferomance.de/. Es gibt zwischen dem Schwarz-Weiß-Denken auch sehr neuartige, vielschichtige Facetten.

    Worin ich dir wiederum Recht gebe ist, dass man sehr spezielle Tools, die auf uns als Person zugeschnitten sind, anwenden sollte.

    Eine Kleinigkeit als Beispiel: Ich habe viele Notizbücher zu unterschiedlichen Themen, in denen ich Ideen festhalten und weiterentwickeln kann. Manchmal muss eine Idee nur kurz raus und ich nutze sie erst Monate später wieder. Da ich weiß, dass sie in meinen „Schatztruhen“ nicht verloren geht, ist der Kopf schnell wieder frei.

    Grundsätzlich kommen mir wichtige Vorüberlegungen (quasi als Ankündigung eines Durchbruchs) immer zu Zeiten, in denen ich glaube gerade gar nicht beruflich aktiv zu sein. Zum Beispiel: Abends auf dem Sofa, beim Duschen, beim Joggen, beim Lesen eines Romans etc. Wenn ich mir dies untersage, dann kappe ich eventuell eine Quelle der Kreativität.

    Da ich mich ab Januar selbstständig mache starte ich u. a. ein kleines Selbstexperiment zu einer anderen Art von Zeitmanagement. Und zwar liegt der Fokus dabei gar nicht auf dem Beruflichen, im Gegenteil: Ich lasse die privaten Termine mal Prio 1 sein und mache eine private Jahresplanung. Events, Ereignisse, Aktivitäten, die auf keinen Fall von beruflichen Aktivitäten verdrängt werden sollen! Das ist das wahre Zeitmanagement, das wir heute brauchen. Denn wenn ich es schaffe all meine Ressourcen im Privaten konstant zu halten, bin ich immer bei meinem best möglichen Energie- und Zufriedenheitslevel. Meine Hypothese (die es noch zu beweisen gilt =)) ist, dass die berufliche Performance dann ganz automatisch steigt.

    Vielleicht hast du Lust, das wir hierzu gemeinsam (ggf. mit ein paar anderen Bloggern und Visionären?) eine kleine Challenge im neuen Jahr starten? Wir können die Grundzüge des Tools gemeinsam entwickeln und auf euren Blogs das Ganze als Mitmach-Challenge ausrufen. Vielleicht entwickelt sich daraus dann im Sinne von co-creation und Selbstexperiment + peergroup etwas cooles 🙂

    Das Ganze werde ich im November vordenken und im Dezember konkret entwickeln, damit es ab Januar umgesetzt werden kann.

    Wenn du interessiert bist, melde dich gerne!

    Liebe Grüße,
    dein Talententwickler
    Chris

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