Wieso Bloggen keine Abkürzung für Möchtegern-Unternehmer ist

Bevor ich meinen Emotionen freien Lauf lasse, möchte ich definieren, was ich unter „Möchtegern-Unternehmer“ verstehe!

„Möchtegern-Unternehmer“ sind für mich Menschen, die auf Partys mit ihren Projekten prahlen, obwohl sie in diese noch keine 100 Stunden investiert und noch weniger Euro an Umsatz generiert haben.

Meiner Erfahrung nach sind das oft junge Männer in Sakkos, die sich vor wenigen Wochen einer Network-Marketing-Gruppe angeschlossen haben, zu ihrer Idee eine passende Homepage bastelten oder einen auf „Investor“ machen.


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Wieso ich diese Menschen gut kenne und mir diese sofort ins Auge fallen, wenn ich mit ihnen spreche?

– Vor ein paar Jahren gehörte ich selbst zu dieser Gruppe.

Zur damaligen Zeit lies ich mich von allem begeistern was glänzte, mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun hatte und die Möglichkeit bot, viel Geld zu verdienen.

In der täglichen „Arbeit“ waren es die Tätigkeiten, die dieses „Möchtegern-Unternehmertum“ widerspiegelten, welchen ich meine Aufmerksamkeit schenkte.

Ständig führte ich enorm wichtige:

  • Telefonate mit Kollegen (die gleich wenig Ahnung hatten wie ich),
  • Gespräche mit Firmen, die mir Angebote senden sollten (ich wollte schließlich wichtig wirken),
  • Besprechungen mit meiner Grafikerin (Logo, Visitenkarten und CI entwicklen macht einfach unglaublichen Spaß).

Und ein Klassiker und mein absoluter Favorit, der mich gerade lachen lässt:

  • Gespräche mit Steuerberatern, lange bevor ich meinen ersten Euro in der Selbstständigkeit verdient habe.

Nun ja…

Was mich weniger begeistert hat, waren die Tätigkeiten, auf die es tatsächlich ankommt.

–> Probleme und Herausforderungen meiner Kunden zu lösen! Mehrwert zu bieten!

Das wäre schließlich mit viel Arbeit verbunden gewesen! Mit Arbeit, bei der mich keiner in Sakko und mit dem iPhone in der Hand gesehen hätte.

Ich wollte Unternehmer sein, mir aber keinen Finger krumm machen.

Bloggen ist kein Kindergeburtstag und nichts für „Möchtegern-Unternehmer“

Auch die Blogger-Welt bietet keinen Weg, um mit geringer Anstrengung, geringer Lernbereitschaft und geringem Durchhaltevermögen erfolgreich zu werden.

Ganz im Gegenteil!

Wenn du aus der Masse herausstechen und online Geld verdienen möchtest, musst du einzigartig sein und über einen langen Zeitraum, echten Mehrwert für deine Zielgruppe bieten.

Die eierlegende Wollmilchsau gibt es in der Online-Welt nicht.

Meine Einschätzung der Realität

In der deutschsprachigen Blogger-Szene gibt viele erfolgreiche Projekte! Nimmt man diese Projekte unter die Lupe, wird sehr schnell klar, dass die jeweiligen Blogger jede Menge Durchhaltevermögen an den Tag legen, konkreten Mehrwert für eine klare Zielgruppe bieten und mit Strategie arbeiten.

Lass uns die Projekte von 4 erfolgreichen Bloggern unter die Lupe nehmen:

Zu bedenken ist, dass das Schreiben und Veröffentlichen von Artikel nur einen Bruchteil der Zeit beansprucht, die ein Blog-Projekt in Anspruch nimmt.

Nimm dir die Projekte deiner Vorbilder unter die Lupe und mache dir bewusst, wie viel Arbeit, Energie und Herz diese investiert haben, um ihren gegenwärtigen Status-quo aufzubauen.

Wie viel Zeit wirst du gefühlsmäßig investieren müssen, bis du deine Ziele erreicht hast?

Und bist du überzeugt, diesen Weg gehen zu wollen?

Wenn du Unternehmer sein möchtest, um Ansehen zu genießen und nicht bereit bist, dein Ego hinten anzustellen, um in deinen Traum zu investieren (Zeit, Geld und Tränen), lass es gleich bleiben.

Sagt eine Stimme in dir: „Ja, ich bin bereit in meinen Traum zu investieren!“, dann lege los. Gehe den ersten Schritt, experimentiere, sammle Erfahrungen und freue dich auf einen abenteuerlichen Weg.

Ein Schritt nach dem anderen

Als mich vor ein paar Jahren die Leidenschaft für die Online-Welt gepackt hat und mir klar wurde, dass ich meine eigenen Projekte zum Erfolg führen möchte, hatte ich einen Denkfehler:

—> Ich wollte gleich bei den großen Mitspielen.

Jedoch fehlte mir die Klarheit über essenzielle Fragen:

  • Was möchte ich durch meine Projekte bewirken?
  • Welche konkreten Probleme kann ich lösen, sodass Menschen Geld für meine Arbeit bezahlen?
  • Welche Fähigkeiten, Talente usw. möchten in meinen Projekten gelebt werden?
  • Was ist nötig, um ein Online-Projekt groß zu machen?
  • Welche Schlüsselkomponenten und Partner brauche ich dazu?
  • uvm.

Fragen die mir am Anfang meiner Online-Karriere nicht bewusst waren. Und natürlich Fragen, zu denen man sich nicht von heute auf morgen, eine Antwort aus dem Ärmel schütteln kann.

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Das Ergebnis war, dass ich einfach losgelegt und Projekte fabriziert habe, die ich heute als „lieb“ beschreiben würde. So wie Kinder beschrieben werden, wenn sie erste selbstständige Essversuche machen und im ganzen Gesicht voller Nutella sind.

Ich dachte ich betreibe zielführende Projekte, doch ein erfahrener und objektiver Blick hätte verraten, dass ich planlos am Spielplatz tolle.

Beobachte ich heutigen Newcomer der Blogger-Szene, sehe ich die meisten am selben Spielplatz.

Den Status-quo eingestehen

Ich rate jedem, der das Gefühl hat, ein eigenes Projekt zu starten, einfach loszulegen und am Weg die notwendigen Erfahrungen zu sammeln.

Ganz klar! – Lieber in der Praxis lernen und scheitern, als sich mit sinnloser Theorie zu langweilig.

Jedoch ist es ratsam, sich den Status-quo einzugestehen und von Anfang an Hilfe in Anspruch zu nehmen! (Persönliche Hilfe und nicht nur Online-Kurse, Podcasts, Blogs etc.)

Als ich mir in meinen eigenen Projekten eingestanden habe, dass ich nicht so recht weiß, was ich mache, änderte sich alles.

Beruhigt konnte ich Menschen zu Rate ziehen, die wussten, was zu tun war! – Menschen, die mir den Weg, raus aus dem Spielplatz, zeigten.

Auf diesem Weg lernte ich mein Ego auszuschalten, mich als Lernenden zu sehen und wie ein Unternehmer zu denken.

Von einem jungen Mann, der seinen Selbstfindungstrip in Artikel verfasste, wurde ich zu jemanden, der seine Zielgruppe kennt, echten Mehrwert bietet und mit Strategie arbeitet.

Das Online-Business bietet kaum Platz für deinen Selbstfindungstrip

Ich wünsche mir, dass du ein sinnvolles Projekt kreierst, in dem du dein Potenzial kanalisieren und deine PS tatsächlich auf die Straße bringst.

Für uns junge Menschen funktioniert Bloggen, Podcasten, das Vermarkten von digitalen Produkten usw. anders, als für den typischen Selbstständigen, der jahrelange Erfahrung in bestimmten Fachbereichen hat.

Wir müssen völlig anders an die Sache herangehen!

Es ist nett von jungen Menschen zu lesen, die gerade ihre Werte erkennen, beschlossen haben in Freiheit zu leben, überzeugt sind die Welt zu verändern oder nach zwei, von den Eltern finanzierten Urlauben, meinen, digitale Nomaden zu sein.

Dieses „nett“ ist jedoch zu wenig, um aus einem Online-Projekt, ein Online-Business zu machen.

Ich spreche aus Erfahrung. 😉 Hunderte Stunden musste ich investieren, um das zu verstehen.

Meine Einladung an dich:

  • Akzeptiere, dass du ein Lernender bist und hole dir Unterstützung für dein Projekt.

Alles Liebe
uk

P.S. Das ist das, was vermutlich auch deine Vorbilder tun! – Sich stets als Lernende zu verstehen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, um das nächste Erfolgs-Level zu erreichen.

Beitragsbild: #120837410 | © Spectral-Design – Fotolia.com

7 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hey Robert,

    Ich glaub‘ ich war am Anfang auch einer dieser Möchtegern-Experten, nur ohne Sacko. Vielleicht bin ich es auch heute noch, who knows.

    Als ich mir irgendwann eingestehen musste, dass es nicht so gut läuft wie ich erwartet hatte, habe ich auch sehr viele der großen Blogs analysiert und eine Gemeinsamkeit festgestellt: Der Erfolg war immer auf harte Arbeit zurückzuführen. Im Grunde genau das, was du in deinem Artikel geschrieben hast.

    Viele Grüße,
    Jan

  2. Deine direkte, ehrliche Art ist einfach genial! Ohne harte Arbeit gelingt leider wenig. Oder sollte ich inzwischen sagen – zum Glück? Gerade der schwierige Weg macht das ganze oft spannend und erlebenswert. Und auf diese Mühen und Erinnerungen blickt man dann doch auch gerne zurück?

    Dane für den Artikel,

    Niko

  3. Deine direkte, ehrliche Art ist einfach genial! Ohne harte Arbeit gelingt leider wenig. Oder sollte ich inzwischen sagen – zum Glück? Gerade der schwierige Weg macht das ganze spannend und erlebenswert. Und auf diese Mühen und Erinnerungen blickt man dann doch auch gerne zurück? 😉

    Danke für den Artikel,

    Niko

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