Arbeit darf kein Gefängnis sein

Vorausgesetzt ich musste am Morgens an keiner Besprechung teilnehmen, begann jeder meiner Arbeitstage mit derselben Routine.

Von der Stechuhr ging es an meinen Schreibtisch. Dort legte ich meine Sachen ab und aktivierte meinen Computer.

Während der Computer startete, ging es zur Kaffeemaschine und wieder zurück zum Schreibtisch.

Kaffeetrinkend las ich meine neuen E-Mails und bekam einen Eindruck, welche Aufgaben auf mich warten.

Eine weitere Routine, die sich in meinen Arbeitsalltag geschlichen hat, war die tägliche Kontrolle meines Zeitguthaben.

Die Kontrolle meines Zeitguthaben war oft mit einem schmerzenden Gefühl verbunden. Sie machte klar, wie viele Stunden ich in der Arbeit verbringe.

Es war so, als wären die unsichtbaren Gitterstäbe um den Schreibtisch plötzlich sichtbar.

Mein Dienstvertrag bestimmte, dass ich wöchentlich 38,5 Stunden arbeite und jährlich 5 Wochen Urlaub habe.

(Mindestens) 38,5 Arbeitsstunden  in der Woche waren zu viel, um nach der Arbeit all die wunderbaren Dinge zu genießen, die das Leben zu bieten hat.

5 Wochen Urlaub im Jahr waren zu wenig, um dieses Defizit an Lebensfreude auszugleichen.

Arbeit darf kein Gefängnis sein

Angestellte verbringen jedes Jahr viele hunderte Stunden in der Arbeit.

Es ist ein Irrglaube, dass Spaß, Zufriedenheit und Glück nur in den 5 Wochen Urlaub erlebt werden können. Ich möchte nicht 11 Monate arbeiten, damit ich 5 Wochen das tun kann, was ich möchte.

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Unser aller Ziel sollte es sein, unser Geld mit einer Tätigkeit zu verdienen, die uns glücklich macht. Die Lust am Leben darf schon Morgens beginnen und nicht erst nach Feierabend!

Zeit für kritische Fragen

+ Bist du glücklich in deinem Job?

+ Liebst du das, was du tust?

Du bist verantwortlich für dein Leben und kannst dafür sorgen, dass du diese Fragen mit einem „JA“ beantwortest und dabei über beide Ohren lächelst.

+ Wieso tust du das, was du tust?

Weißt du nicht, wieso du tust was du tust oder ist deine Antwort „Geld“ ? Dann solltest du dir die Frage stellen, ob es das wirklich schon gewesen sein kann.

Der erste Schritt zur Lösung

Alles änderte sich ab dem Zeitpunkt, an dem ich mir eingestanden habe, dass mich mein Job unglücklich macht und ich etwas ändern möchte.

Mein Job macht mich unglücklich und ich bin bereit, etwas zu verändern.

Nach diesem Eingeständnis ging ich weiterhin zur Arbeit, doch mein Unterbewusstsein öffnete sich für konkrete Lösungsstrategien.

Es vergingen noch viele Wochen, bis ich eine für mich passende Lösung umsetzen konnte.

Was hindert uns an einer sofortigen Lösung?

Der erste Job trägt in unserem Leben eine wichtige Rolle! In jahrelanger Ausbildung bereiten wir uns auf diesen vor und sehen darin die Möglichkeit, uns zu entfalten, die Karriereleiter nach oben zu klettern und erfolgreich zu sein.

Bisher war unser ganzes Leben darauf ausgerichtet, einen Platz in der Berufswelt zu finden.

Stellt man in der Berufswelt fest, dass diese anders ist als erwartet und unglücklich macht, ist es nicht einfach, aus dieser auszubrechen.

Verantwortlich dafür sind Erwartungen, Glaubenssätze und Prägungen die uns glauben lassen, dass wir unser Leben nicht so einfach umkrempeln können!

Mir gingen damals die verschiedensten Gedanken durch den Kopf:

+ Ich kann doch nicht alles hinwerfen, nur weil mich der Job unglücklich macht!

+ Was kann ich statt diesem Job machen? Es geht doch nicht, dass ich nichts mache und wenig Ahnung habe, wohin mein weiterer Weg führt.

+ Wie erkläre ich meiner Familie, dass ich meinen Job nicht mehr ausüben möchte?

+ Wie reagieren meine Kollegen, wenn sie erfahren, dass ich unglücklich bin und mich nach einer Alternative umsehe?

+ Was werden meine Freunde denken, wenn ich einen anderen Weg wähle?

Als ich damals über eine Kündigung nachdachte, fühlte ich mich, als würde ich ein Verbrechen begehen und all die Menschen enttäuschen, die mir wichtig sind.

Diese Gefühle machten eine sofortige Lösung unmöglich.

Ich brauchte noch Zeit, mit meinen Gefühlen umzugehen, um Schritt für Schritt an der Veränderung zu arbeiten.

Was mir geholfen hat

Der erste Schritt war mein Eingeständnis, dass ich mit meiner beruflichen Situation unglücklich und offen für Veränderung bin.

Mein Lösungsweg hat über die Konfrontation mit meinen Ängsten und Prägungen geführt.

Auf diesem Weg hatte ich die Unterstützung von Matthias Florian (Florians Geld&Wert-Coaching), der mich in Form eines Coaching-Prozess begleitet hat.

Coaching ist eine Möglichkeit, die ich auch dir empfehle, wenn du an deiner beruflichen Situation etwas verändern möchtest, jedoch noch Probleme mit der Umsetzung hast.

Sende mir eine Nachricht, wenn du Interesse an einem Coaching-Prozess hast. Gerne informiere ich dich über entsprechende Möglichkeiten und Kontakte. –> zum Kontaktformular

Ich glaube an dich.
uk

Beitragsbild: splitshire.com

6 Kommentare, sei der nächste!

  1. „Bisher war unser ganzes Leben darauf ausgerichtet, einen Platz in der Berufswelt zu finden.
    Stellt man in der Berufswelt fest, dass diese anders ist als erwartet und unglücklich macht, ist es nicht einfach, aus dieser auszubrechen.“

    Beim Lesen dieses Absatzes kam ein Erleichterungsseufzer auf! Endlich jemand, der sich traut, die Probleme der jungen Arbeitenden, die weiter denken als „das muss so sein und so bleiben“, so offen und schlicht auf den Punkt zu bringen. Danke für diesen erfrischend ehrlichen Artikel, der sicher einigen Menschen aus dem Herzen spricht!

    1. Hey Pascal,

      spannend wäre zu wissen, wie viele Altersgenossen ähnliche Erfahrungen haben. Ich meine jene, die nicht darüber schreiben. Bestimmt viele.

      DANKE für den Link.

      Alles Liebe
      Robert

  2. Hallo zusammen,

    lieben Dank Robert für deinen Beitrag und den tollen Block. Schön das der Block die Möglichkeit gibt Erfahrungen im Berufsstart auszutauschen.
    Ich möchte jedoch nicht über meine Arbeit klagen, da ich jeden Morgen gerne aufstehe und in das Büro fahre. Jedoch denke ich, dass der Berufseinstig Branchenbedingt sehr erschwert werden kann. Ich stieg im Jahr 2014 so richtig in die Berufswelt ein und habe seither nichts bereut. Meine Ausbildung habe ich in einem IT Unternehmen begonnen.
    Das Unternehmen hat mein potential gesehen und mich immer gefordert. Durch strukturiertes arbeiten, logisches Denken wie auch große Zuverlässigkeit konnte ich mich auszeichnen. Aufgrund dessen wurde ich in spannende Projekte miteinbezogen und konnte täglich eigenständig meine Ziele festlegen.

    Was möchte ich in diesem Projekt erreichen?
    Wie gehe ich vor?
    Auf welche Erfahrungen kann ich zurückgreifen?
    Welche Dinge muss ich Erledigen?
    Welche Probleme könnten auftreten?

    Das wichtige hierbei, ich habe es nicht gemacht weil ich es muss, sondern weil ich es will. Ich konnte mich selbst motivieren, da jedes Projekt eine neue persönliche Herausforderung darstellte und weil das Zusammenarbeiten mit den Kollegen immer sehr viel Spaß gemacht hat.

    Trotz aller tollen Aufgaben, habe ich meine Arbeitszeit täglich überschritten. Weit überschritten. Gesundheitlich hatte dies bisher keinerlei Auswirkungen, jedoch konnte ich nicht mehr so viel Zeit mit meiner Familie und Freunden verbringen.
    Das Zeitliche Problem ließ sich im Gespräch lösen, ich bekam ständigen Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk. Der große Vorteil, ich kann jederzeit und von überall (Internetzugang vorausgesetzt) arbeiten. Dies erhöhte mein Produktivität, wie auch meine tägliches Zeitkontingent mit Freunden und Familie.

    Ich bin oft mit Freunden im Gespräch welche eine ähnliche Ausbildung in einer vergleichbaren Branche ausüben. Meiner Meinung nach müssen Unternehmen bei folgenden Punkten neudenken um die Mitarbeiter zu motivieren:

    – Warum traut man den Mitarbeitern nichts zu?
    ○ Spannende Aufgaben übergeben und Mitarbeiter fordern, nur dadurch kann man sich weiterentwickeln.

    – Warum kann man nicht eigenständig arbeiten?
    ○ Jeder soll auf seinem eigenen Weg zum Ziel kommen.

    – Warum denn immer nur im Büro arbeiten?
    ○ Außerhalb des Büros bin ich viel kreativer.

    – Warum eine Stechuhr?
    ○ Jeder sollte selbst für seine Arbeitszeit verantwortlich sein.

    – Warum immer von 8:00 bis 17:00 Uhr arbeiten?
    ○ Ich bin Mittags nicht produktiv und kann mich nur schwer konzentrieren. Dafür arbeite ich am 20:00 Uhr umso besser.

    – Warum sparen Unternehmen an der Ausstattung?
    ○ Wir nutzen heutzutage alle Office 2013, Instant Messenger und Videotelefonie. Alte Soft- und Hardware ist demotivierend.

    – Warum muss ich für Weiterbildung selbst bezahlen?
    ○ Oft höre ich, dass Weiterbildungen kostenpflichtig sind und der Mitarbeiter die Kosten trägt.

    – Warum gibt es Hierarchien?
    ○ Wir sitzen alle im selben Boot, duzen wir uns und bilden unsere Teams eigenständig.

    Ich weiß, dass dies nicht in allen Branchen 1:1 umgesetzt werden kann. Jedoch bin ich davon überzeugt, dass viele kaufmännisch geprägt Berufe dadurch attraktiver werden könnten.

    Die Arbeitswelt wird in den nächsten Jahre auf den Kopf gestellt, da immer mehr Unternehmen umdenken müssen um wettbewerbsfähig zu bleiben und motivierte Mitarbeiter zu haben.

    Ich freue mich auf weiteren Austausch und möglicherweise konnte ich jemand inspirieren.

    Arbeitet weil ihre es wollt, nicht weil ihr müsst!

    Liebe Grüße

    Marius

    1. Lieber Marius,

      vielen Dank für dein umfangreiches Kommentar, mit konkreten Fragen.
      Bestimmt inspirierst du mit diesem Kommentar viele Leserinnen und Leser.

      Alles Liebe
      Robert
      P.S. Ich freue mich auch auf weiteren Austausch.

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